AWO Bezirksverband Niederrhein e.V. | Portrait

Ismail Abidar

Vom FSJ in die Erzieher-Ausbildung

Nach seinem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) an der Gänselieselschule hat Ismail Abidar genau dort seine Ausbildung als Erzieher begonnen. Warum der 20-jährige Abiturient im rhythmisierten Ganztag seine berufliche Zukunft fand, verrät er in diesem Portrait: 

„Nach meinem Schulabschluss am Otto-Hahn-Gymnasium in Monheim am Rhein wollte ich praktische Erfahrungen sammeln und herausfinden, ob die Soziale Arbeit ein Bereich ist, in dem ich mich zu Hause fühle. Deshalb entschied ich mich bewusst für das FSJ.

Die Entscheidung für eine Offene Ganztagsgrundschule (OGS) fiel mir leicht, denn ich wollte Kinder auf ihrem Weg des Heranwachsens begleiten. Die AWO erschien mir als Träger besonders passend, weil sie im sozialen Bereich vielfältig arbeitet und mir an der Gänselieselschule die Möglichkeit gab, mit Kindern zu arbeiten.

Das OGS-Team hat mich von Anfang in den Alltag eingebunden. Jeder Tag brachte etwas anderes mit sich: gemeinsame Spiele, kleine Sorgen, große Freude, Konflikte, die es zu lösen galt, und viele Momente, in denen ich sehen durfte, wie Kinder Vertrauen fassen, wachsen und sich weiterentwickeln.

Mir hat auch die enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Erzieher*innen sehr gefallen. Die Schule arbeitet mit einem rhythmisierten Ganztag, bei dem sich Lern-, Entspannungs- und Betreuungsphasen abwechseln. Dabei wird jedes Kind als eigene Persönlichkeit gesehen, individuell begleitet und in seinen Stärken vom Team gefördert.

Das FSJ hat mich nicht nur beruflich, sondern auch persönlich stark geprägt. Ich bin selbstständiger, verantwortungsbewusster und geduldiger geworden. Vor allem habe ich gelernt, offener mit unterschiedlichen Menschen, Situationen und Herausforderungen umzugehen.

Am wichtigsten ist mir jedoch: Das FSJ hat mir gezeigt, dass die Arbeit mit Kindern genau das ist, was ich für meine Zukunft möchte. Es war kein bloßes Jahr nach der Schule, sondern ein Jahr, in dem ich meinen Weg gefunden habe. Deshalb wollte ich mich in diesem Bereich weiterbilden und Erzieher werden.

In diesem Schuljahr habe ich unmittelbar im Anschluss an mein FSJ an der Gänselieselschule meine Ausbildung zum Erzieher begonnen. Dass ich meine Ausbildung nun an genau der Schule mache, an der ich bereits so viele schöne und prägende Erfahrungen gesammelt habe, bedeutet mir sehr viel. Das FSJ war für mich der Grundstein meiner beruflichen Zukunft – und hat mir gezeigt, dass ich genau dort sein möchte, wo Kinder gebraucht werden, wo man ihnen zuhört, sie unterstützt und sie auf ihrem Weg begleitet.“

Nach jetzigem Stand wird niemand mehr in die Fußstapfen von Ismail Abidar treten und über das Freiwillige Soziale Jahr an einer Offenen Ganztagsschule in Monheim am Rhein eine Ausbildung als Erzieher*in beginnen. Denn die aktuellen Vorschläge für das lokale Haushaltssicherungskonzept sehen unter anderem vor, die Förderung für FSJler*innen und Auszubildende an den Offenen Ganztagsschulen vollständig zu streichen. 

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Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen, der auf einer breiten Holztreppe sitzt und mit einem leichten Lächeln in die Kamera schaut. Er hat kurze dunkle Haare und einen Bart. Er trägt ein hellblaues Jeanshemd über einem weißen T-Shirt, eine schwarze Hose und schwarze Turnschuhe. Eine Hand liegt locker auf seinem Oberschenkel, mit dem anderen Arm stützt er sich auf einer höheren Stufe ab.