Allein die Arbeiterwohlfahrt hält am Niederrhein an zehn Standorten 24 Personalstellen für die MBE vor. Die Beratung unterstützt Eingewanderte mit festem Aufenthaltsstatus bei Fragen des Alltags und der Integration. Dafür erhält die AWO jährlich rund 2,2 Millionen Euro Bundesförderung. Geplante Kürzungen um fünf Prozent – rund 115.000 Euro – könnten dazu führen, dass bei der AWO am Niederrhein 1,5 Stellen in der MBE wegfallen. Das würde die Unterstützung Hunderter erwachsener Eingewanderter einschränken.
Am 29. September trafen sich die Integrations-Fachkräfte mit Daniel Rinkert, Mitglied des Bundestags, und Mathias Junggeburth, Kreistagsabgeordneter. Mit Zahlen und Beispielen aus ihrer Beratungspraxis machten die Berater*innen deutlich, welche Hürden Eingewanderte im Alltag im Rhein-Kreis Neuss überwinden müssen. Sie zeigten zugleich, wie wichtig kontinuierliche Begleitung ist – etwa wenn Verfahren lange dauern und Ratsuchende Unterstützung im Kontakt mit Behörden benötigen.
Beide Bundesprogramme bestehen seit mehr als 20 Jahren. Damit sie auch künftig verlässlich beraten können, forderten die Fachkräfte weniger Bürokratie sowie eine langfristige und auskömmliche Förderung. Zugleich warben sie für mehr Offenheit gegenüber Eingewanderten.
Am 30. September stand bei einem Treffen mit Heinrich Thiel, Kreistagsabgeordneter aus Neuss, die Situation in den Städten und Gemeinden des Rhein-Kreises Neuss im Fokus. Die Fachkräfte erläuterten, wie sich JMD und MBE ergänzen. Anhand konkreter Beratungsfälle zeigten sie außerdem, wo Lücken in bestehenden Unterstützungsangeboten sichtbar werden.
Als Herausforderungen nannten sie u.a. die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt und die zunehmende Digitalisierung beim Zugang zu Behörden und anderen Regeldiensten. Gerade unter diesen Bedingungen sei persönliche Beratung wichtig, damit Ratsuchende passende Angebote finden und notwendige Schritte bewältigen können, um sich erfolgreich beruflich und sozial im Rhein-Kreis Neuss zu integrieren.
Zum Abschluss unterstrichen die Beteiligten den Wert beider Beratungsprogramme mit dem Fazit: Integration braucht engagierte Fachkräfte und eine Förderung, die verlässliche Beratung dauerhaft ermöglicht.



