Die Frauenhausbewegung blickt auf ein halbes Jahrhundert zurück: auf einen Kampf gegen Gewalt, für Selbstbestimmung und für sichere Räume, in denen betroffene Frauen und ihre Kinder Schutz finden. Genau daran knüpfte die Veranstaltung an. In Gesprächen mit Zeitzeug*innen und Wegbegleiter*innen wurde deutlich, wie viel sich seit den Anfängen verändert hat – und wie beständig die Herausforderungen bleiben.
Anders als bei einer klassischen Fachtagung bestimmten die Teilnehmenden beim Barcamp maßgeblich selbst das Programm. Neben vorbereiteten Inputs entstanden vor Ort weitere Gesprächsrunden und Sessions. Im Zentrum stand der Austausch über den Alltag in der Frauenhausarbeit, bewährte Ansätze, aktuelle Belastungen und gesellschaftspolitische Entwicklungen.
Die Veranstaltung, an der auch das Lore-Agnes-Haus teilnahm, war mehr als ein Jubiläum. Sie machte deutlich: Frauenhäuser sind kein Relikt aus den 1970er-Jahren, sondern weiterhin unverzichtbar. Gewalt gegen Frauen ist kein privates Problem, und Schutzräume brauchen dauerhafte gesellschaftliche wie politische Unterstützung.
Der gemeinsame Blick nach vorn galt deshalb der Zukunft von Schutz, Beratung und Unterstützung. Die Botschaft des Tages war klar: 50 Jahre Frauenhausarbeit sind ein Grund zu feiern – vor allem aber ein Auftrag, diese Arbeit auch in den kommenden Jahren stark zu machen
