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AWO Bezirksverband Niederrhein e.V. | Detail

Demokratie stärken, Rechtsextremismus eindämmen: Bezirksausschuss der AWO Niederrhein diskutiert Ergebnisse der aktuellen Mitte-Studie

Verband

Zwischen den Bezirkskonferenzen ist der Bezirksausschuss das höchste Beschlussgremium des AWO Bezirksverbands Niederrhein und wird mindestens einmal im Jahr einberufen. Ihm gehören neben dem Bezirkspräsidium jeweils eine Vertretung der Kreisverbände sowie eine Vertretung des Bezirksjugendwerks an.

Der Bezirksausschuss unterstützt die Arbeit des Präsidiums, nimmt Berichte zur wirtschaftlichen Lage, Prüfberichte sowie die Berichte der Fachausschüsse und des Jugendwerks entgegen. Gleichzeitig bietet er einen Rahmen, in dem sich die AWO am Niederrhein mit gesellschaftspolitischen Entwicklungen auseinandersetzt. 

Vor diesem Hintergrund war die Sozialpsychologin Prof. Dr. Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein in der jüngsten Sitzung als Gast eingeladen und hielt einen Impulsvortrag. Küpper forscht seit vielen Jahren zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, zum Vertrauen in demokratische Institutionen sowie zu rechtsextremen und demokratiefeindlichen Einstellungen in der Bevölkerung. Sie ist Mitautorin der sogenannten Mitte-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung, die gesellschaftliche Einstellungen in Deutschland regelmäßig erfassen. 

Zentrale Ergebnisse der aktuellen Mitte-Studie 

In ihrem Beitrag stellte Küpper zentrale Ergebnisse der aktuellen Mitte-Studie vor, die Einstellungen in der Bevölkerung, das Vertrauen in demokratische Institutionen und die Verbreitung rechtsextremer sowie demokratiegefährdender Haltungen untersucht. Die Studie zeigt, dass rechtsextreme und menschenfeindliche Einstellungen in den vergangenen Jahren zugenommen und sich weiter in die gesellschaftliche Mitte hinein ausgebreitet haben. Ein besonderer Fokus liegt auf der zunehmenden Normalisierung der AfD und auf verschiedenen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Darüber hinaus ging Küpper auf aktuelle Erkenntnisse zur Lebenszufriedenheit in der Bevölkerung sowie zur Wahrnehmung und Bedeutung öffentlicher Daseinsvorsorge ein. 

80 Prozent der Bevölkerung sind der Studie nach gar nicht mit ihrer Lebenssituation unzufrieden. Extreme Einstellungen sind dabei keine Frage des Einkommens, sie verteilen sich in allen Einkommensgruppen gleich. 76 % der Bevölkerung lehnen Rechtsextremismus ab, das sind mehr als noch im Jahr 2023. 

Der Impulsvortrag diente dazu, einen kompakten Überblick über diese Entwicklungen zu geben und eine fundierte Grundlage für die anschließende rege Diskussion im Bezirksausschuss zu schaffen. 

Präsidiumsvorsitzende Britta Altenkamp zog nach Vortrag und Diskussion ein klares Fazit. „Die Studie zeigt: Während eine breite Mehrheit demokratisch denkt und 70 Prozent den zunehmenden Rechtsextremismus als Bedrohung empfinden, normalisieren sich in der gesellschaftlichen Mitte antidemokratische, menschenfeindliche und rechtsextreme Positionen – etwa durch polarisierende Debatten, Krisen und Ängste“, so Altenkamp. Gerade in Zeiten globaler Krisen und innerer Polarisierung bleibe die gesellschaftliche Mitte entscheidend, um die Demokratie zu stärken. Die AWO habe durch die Studienergebnisse weitere wertvolle Handlungsempfehlungen erhalten, um rechtsextreme Ideologien einzudämmen und demokratische Werte zu festigen, betonte Britta Altenkamp mit Blick auf den engagierten Austausch im Gremium. 

Die Studie und ein das kostenlose Buch dazu kann hier bezogen werden.

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Auf dem Bild ist eine größere Besprechung bzw. Tagung in einem Konferenzraum zu sehen. Mehrere Personen sitzen an Tischen, die U‑förmig gestellt sind, und hören einer Präsentation zu. Vorne im Raum läuft auf einem großen Bildschirm eine Präsentation, daneben stehen Flipchart und Pinnwand. Auf den Tischen liegen Laptops, Notizblöcke, Gläser und Wasserkarafen