Handbuch Ehrenamt

EHRENAMT HANDBUCH

Best Practices teilen, Erfolge vervielfachen – gemeinsam besser werden Liebe Freundinnen und Freunde der AWO, das ehrenamtliche Engagement ist eine der tragenden Säulen unserer Arbeit. Tag für Tag bringt ihr euch mit Zeit, Herz und persönlichem Einsatz in die vielfältigen Aufgaben der AWO ein und gestaltet so das soziale Miteinander vor Ort aktiv mit. Dieses Engagement lebt nicht nur von Tatkraft, sondern auch vom Austausch, vom Lernen voneinander und vom Weitergeben von Erfahrungen. Wenn wir unser Wissen teilen, profitieren wir alle davon. Jede und jeder kann neue Impulse gewinnen und sich in der eigenen Arbeit weiterentwickeln. Innerhalb der AWO gibt es eine große Vielfalt an Ideen, Projekten und bewährten Angeboten, die in den Kreis- und Ortsverbänden entstanden sind. Für euch und euer ehrenamtliches Engagement vor Ort bietet sich dadurch die Möglichkeit, auf diese Erfahrungen zurückzugreifen, erfolgreiche Projekte kennenzulernen und sie an die eigenen Gegebenheiten anzupassen. Vielleicht entstehen daraus neue Anregungen für zusätzliche Tätigkeitsbereiche oder Ideen zur Weiterentwicklung und Erweiterung bereits bestehender Angebote. Besonders wertvoll ist dabei der offene und ehrliche Austausch. Dazu gehören nicht nur positive Erfahrungen und Erfolge, sondern auch Herausforderungen, Umwege und Fehler, aus denen wir lernen konnten. Indem ihr von euren Erkenntnissen, euren Erfahrungen und euren zukünftigen Vorhaben berichtet, tragt ihr dazu bei, dass andere Ehrenamtliche von eurem Wissen profitieren können. So wächst unsere Gemeinschaft weiter zusammen, wird stärker und bleibt lebendig und vielfältig. Wir möchten euch ausdrücklich dazu ermutigen, eure Perspektiven einzubringen und eure Arbeit sichtbar zu machen. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – ist ein wichtiger Teil des gemeinsamen Ganzen und zeigt, wie engagiert, kreativ und solidarisch die ehrenamtliche Arbeit innerhalb der AWO ist. Berichtet gerne von euren Erkenntnissen, Erfahrungen, Fehlern und Vorhaben und lasst unsere Gemeinschaft damit stärker und vielfältiger werden. Wir freuen uns auf eure Beiträge. Meldet euch hierfür einfach bei Kimberly Bauer unter Kimberly. bauer@awo-niederrhein.de Viel Spass bei der Lektüre Britta Altenkamp Best Practices teilen, Erfolge vervielfachen – gemeinsam besser werden .................... 3 Was bedeutet Vorstandsarbeit in einem Ortsverein? ..................................................... 4 Die Mitgliederversammlung ............................................................................................ 6 Neue Mitglieder für den Vorstand gewinnen .................................................................. 7 Mitgliederbindung und Mitgliedergewinnung .................................................................. 8 Vorwort ...................................................................................................................... 8 Das Wichtigste in Kürze ............................................................................................ 8 Wichtig!...................................................................................................................... 8 Tipp 1: Macht Euren Verein regional bekannt ........................................................... 9 Tipp 2: Eure Vereinsmitglieder helfen bei der Mitgliedergewinnung........................ 10 Tipp 3: Schnuppertage anbieten ..............................................................................11 Was ist wichtiger, Mitgliedergewinnung oder Mitgliederbindung? ........................... 12 Warum ist Mitgliederbindung in Eurer Gliederung so wichtig? ................................ 12 Tipps für die Mitgliederbindung in den einzelnen Gliederungen.............................. 12 Warum müsst ihr als Gliederung stets kritisch mit euch selbst sein?...................... 14 Fazit......................................................................................................................... 14 So kann die Mitgliederbindung in den Gliederungen gelingen ..................................... 15 Best Practice-Sammlung .............................................................................................. 16 Struktur und Aufbau der AWO ...................................................................................... 26 Über den Tellerrand hinaus .......................................................................................... 27 Bundesweite Netzwerke ............................................................................................... 28 Regionale Netzwerke und spezifische Themen ........................................................... 29 Meine Netzwerke.......................................................................................................... 30 Wie funktioniert Ehrenamt heute .................................................................................. 31 Do's and Don'ts bei der Öffentlichkeitsarbeit ................................................................ 46 Inhalt

Was bedeutet Vorstandsarbeit in einem Ortsverein? Die AWO versteht sich als ein Verband, der sich auf der Basis persönlicher Mitgliedschaften aufbaut. Der Ortsverein ist die traditionelle Basis der AWO und soll sich aus den in einer Gemeinde, einem Ortsteil oder Stadtteil wohnenden AWOMitgliedern bilden. Ortsvereine können rein ehrenamtlich tätig sein, aber auch professionelle Dienste und Unternehmen betreiben. Aufgaben eines Ortsvereins sind insbesondere: ● Zusammenarbeit mit anderen sozialen Initiativen vor Ort und Koordination lokaler sozialer Arbeit (z.B. Ortsausschüsse) ● Werbung und Schulung von Mitgliedern ● Vorbeugende, helfende und heilende Tätigkeit auf allen Gebieten der sozialen Arbeit, Anregungen und Hilfe zur Selbsthilfe ● Förderung des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements ● Förderung von Jugend- und jugendpolitischer Arbeit, insbesondere durch die Förderung des Jugendwerks der AWO ● Mitwirkung an den Aufgaben der öffentlichen Sozial-, Kinder-, Jugend- und Gesundheitshilfe Ein engagierter und gut organisierter Vorstand ist die Grundlage für ein funktionierendes Vereinsleben im Ortsverein. Er sorgt dafür, dass die Arbeit vor Ort strukturiert abläuft, Beschlüsse umgesetzt werden und die Mitglieder Unterstützung erfahren. Gleichzeitig übernimmt der Vorstand Verantwortung für die Weiterentwicklung des Ortsvereins und die Einbindung in die Strukturen des jeweiligen Kreisverbandes und des Bezirksverbands Niederrhein. Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung gewählt und arbeitet auf Basis der jeweiligen Satzung. Wichtig sind, dabei eine klare Aufgabenverteilung sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit innerhalb des Teams. Zu den zentralen Aufgaben des Vorstands gehören insbesondere: ● die Organisation und Steuerung der Vereinsarbeit ● die Umsetzung von Beschlüssen der Mitgliederversammlung ● die Förderung des ehrenamtlichen Engagements ● die Zusammenarbeit mit anderen Gliederungen der AWO am Niederrhein ● die Stärkung des Zusammenhalts im Ortsverein Innerhalb des Vorstands übernehmen die einzelnen Funktionen unterschiedliche Schwerpunkte. Die oder der Vorsitzende koordiniert die Arbeit und vertritt den Ortsverein nach außen. Die Stellvertretung unterstützt dabei und übernimmt eigene Aufgabenbereiche. Die Kassiererin bzw. der Kassierer ist für die finanziellen Angelegenheiten verantwortlich, während die Schriftführung die Dokumentation und Kommunikation sicherstellt. Beisitzer*innen können gezielt Aufgaben für Projekte oder bestimmte Zielgruppen übernehmen. Hier nochmal der Überblick: Vorsitzende*r ● lädt zu Sitzungen und Mitgliederversammlungen ein ● koordiniert die Vorstandsarbeit ● vertritt den Ortsverein nach außen ● berichtet über die Vereinsarbeit Stellvertretung ● unterstützt die/den Vorsitzende*n ● übernimmt Aufgabenbereiche eigenständig ● vertritt bei Abwesenheit Kassierer*in ● führt Kasse und Konten ● erstellt Haushaltsplan ● berichtet über Finanzen ● arbeitet mit Kassenprüfung zusammen Schriftführer*in ● erstellt Protokolle ● organisiert Schriftverkehr Beisitzer*innen ● übernehmen Aufgaben für bestimmte Zielgruppen oder Projekte

Tipp 1: Macht Euren Verein regional bekannt Aktivitäten zur Mitgliedergewinnung sind nur erfolgreich, wenn euer Verein bekannt ist. Darum ist die Öffentlichkeitsarbeit besonders wichtig. Öffentlichkeitsarbeit ist keine Werbung. Es geht darum, Vertrauen in der Bevölkerung aufzubauen und euren Verein mit einem positiven Image auszustatten. Die Öffentlichkeitsarbeit hat dabei eine wichtige interne Komponente: Nur ein in sich gesunder Verein wird gute Öffentlichkeitsarbeit betreiben können und dadurch mit Aktionen zur Mitgliedergewinnung erfolgreich sein. Hier einige Hinweise für Eure Öffentlichkeitsarbeit ● Öffentlichkeitsarbeit ist vielseitig. Die Zeiten des „Pressewarts“ im Verein ist vorbei. Ihr benötigt einen „Medienwart“, der sich bei allen klassischen Medien und den modernen Möglichkeiten (Blog, Social Media, Instagram, YouTube usw.) auskennt. Am besten bildet ihr hierfür ein Team. ● Öffentlichkeitsarbeit ist ein permanenter Prozess. Erwartet deshalb keine Wunder, wenn ihr neu startet. Darum sollten Mitgliedergewinnungs-Aktionen erst starten, wenn die Öffentlichkeitsarbeit eine gesunde Basis hierfür liefert. ● Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Was wird bereits an Öffentlichkeitsarbeit geleistet, welche Ziele hat man sich gesetzt und werden diese Ziele erreicht? Ihr werdet erstaunt sein, was ihr alles schon in eurer Gliederung an Öffentlichkeitsarbeit leistet. Darauf kann man aufbauen. ● Sucht für die verschiedenen Aufgaben die richtigen Mitglieder in eurem Verein. Ihr benötigt „Texter“, die ansprechende Texte formulieren, „Sprecher“, die auch vor größeren Menschenansammlungen ein flüssiges Statement abgeben können und „Techniker“, die sich darum kümmern, dass im Internet alles funktioniert und bei öffentlichen Aktionen für das richtige Equipment sorgen. ● Erstellt einen Arbeitsplan mit genau umrissenen Zielen und organisiert die Öffentlichkeitsarbeit so, dass sie auf Dauer gewährleistet ist. Mitgliederbindung und Mitgliedergewinnung Vorwort Nahezu jede Gliederung steht vor dem gleichen Problem: Die Zahl der Mitglieder stagniert oder geht sogar kontinuierlich zurück. Hier müsst Ihr möglichst frühzeitig reagieren und Maßnahmen für die Mitgliedergewinnung einleiten. Denn mit dem Mitgliederschwund ist oft auch ein steigendes Desinteresse der verbliebenen Vereinsmitglieder zu verzeichnen. Das führt dazu, dass für eine Aktion, um neue Mitglieder zu gewinnen, schlicht zu wenig Kräfte vorhanden sind. Das Ergebnis: Mittel- bis langfristig wird eure Gliederung nicht mehr genügend Mitglieder haben, um weiter existieren zu können. Wir wollen euch einige Tipps geben, die euch dabei helfen können, neue Mitglieder für euren Verein zu gewinnen. Das Wichtigste in Kürze ● Viele Gliederungen haben mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. Es ist wichtig, frühzeitig aktiv zu werden, um den Verein langfristig zu stärken und das Interesse der bestehenden Mitglieder zu fördern. ● Um neue Mitglieder zu gewinnen, muss der Verein bekannt sein. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit hilft, Vertrauen aufzubauen und den Verein positiv darzustellen. ● Mitglieder können helfen, neue Mitglieder zu gewinnen. Wenn sie aktiv werben, ist das eine der effektivsten Methoden, den Verein zu vergrößern. ● Aktionen wie Schnuppertage oder öffentliche Veranstaltungen sind ideale Gelegenheiten, um potenzielle Mitglieder anzusprechen. Besonders FamilienEvents wecken Interesse und stärken die Bindung. Wichtig! Wenn von der Mitgliedergewinnung für Vereine gesprochen wird, zielt man meist auf ein eher jüngeres Publikum ab. Doch die Menschen werden hierzulande glücklicherweise nicht nur älter, sondern sie sind auch noch viele Jahre körperlich und geistig so aktiv, dass sie immer noch eine begehrenswerte Stütze für euren Verein darstellen. Darum solltet ihr bei der Mitgliedergewinnung Jugendliche und ältere Menschen gleichermaßen ansprechen.

Tipp 3: Schnuppertage anbieten Interessenten freuen sich im Rahmen der Mitgliederwerbung Euren Verein auch näher kennenzulernen. Dafür eignen sich Schnuppertage oder ein „Tag der offenen Tür“ besonders gut. Auch ein „Family-Day“ mit Turnieren der Generationen (Eltern gegen Kinder) und ähnliches kommen gut an. Familienfeste binden nicht nur die Vereinseltern und ihre Kinder enger an den Verein, sie eignen sich auch zur Mitgliedergewinnung für den Verein. Ihr solltet allerdings auch dafür sorgen, dass sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen Ihren Spaß haben und Angebote machen, bei denen auch die Kinder mal ohne Eltern aktiv werden können. Schnuppertage sind super, um eure Gliederung kennenzulernen und zu schauen, ob eine Mitgliedschaft in Frage kommt. Daher solltet ihr an diesen Tagen bestmöglich vorbereitet sein und auch dieBeantragung der Mitgliedschaft vor Ort möglich machen. Mit dem Link https://antrag.awo-zmav.de/AwoOnline können potenzielle Interessenten ganz einfach den digitalen Mitgliedsbeitrag ausfüllen und absenden. Die Mitgliedsanfrage landet dann durch die ZMAV bei eurem Kreisverband, der diese an euch weiterleitet und ihr könnt diese annehmen oder ablehnen. Habt ihr Interessenten gefunden ist die Mitgliederwerbung für den Verein noch nicht abgeschlossen. Nicht selten scheitert eine Neuaufnahme daran, dass der Interessent das Aufnahmeprozedere zu kompliziert findet oder erst gar nicht weiß, wie er an den Mitgliedsantrag kommt. Daher solltet ihr unbedingt darauf achten, dass ihr euren Mitgliedsantrag auch online zugänglich macht, damit Interessenten diese über eure Website oder euer Online-Vereinsprofil ausfüllen können. Ab August 2026 haben Grundschulkinder einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung. Das Ganztagsförderungsgesetz eröffnet Vereinen die Möglichkeit, Betreuungsangebote für Grundschulkinder anzubieten und gleichzeitig neue Mitglieder zu gewinnen. Tipp 2: Eure Vereinsmitglieder helfen bei der Mitgliedergewinnung Eure Mitglieder sind die besten Botschafter, wenn es um die Mitgliedergewinnung für die Gliederung geht. Sie kennen im Freundes- und Bekanntenkreis die Menschen, die für eine Mitgliedschaft infrage kommen. Darum wissen Sie auch, was die potenziellen neuen Mitglieder wirklich interessiert und können sie entsprechend über die Vereinsarbeit informieren. Eine Aktion, bei der mithilfe der eigenen Mitglieder neue Mitglieder gewonnen werden, ist deshalb meist die erfolgreichste und gleichzeitig die kostengünstigste. Darum ist es sinnvoll, Anreize zu schaffen, um die eigenen Mitglieder zur Gewinnung neuer Mitglieder zu motivieren. Wir empfehlen euch deshalb, die Mitgliedergewinnung für den Verein als Leitthema über ein Jahr zu forcieren. Ruft die „Aktion Mitgliedergewinnung“ aus und vergebt für jedes neu geworbene Mitglied Punkte. Für die Punkte erhält man dann beispielsweise bis zu X % Rabatt auf den Mitgliedsbeitrag im Folgejahr. Oder jeder Punkt wird zum Los und am Ende der Aktion wird ein E-Bike, Karten für ein Sportereignis oder ähnliches verlost. 1-2 Mal im Jahr solltet ihr einen bunten Abend veranstalten, in dem die neuen Mitgliederzahlen präsentiert und die neuen Mitglieder begrüßt werden. Motivierend sind oft auch kleinere Akzente. Nehmen wir einmal an, dass ihr in einem Jahr mindestens 50 neue Mitglieder gewinnen wollt. Dann könnt ihr eine Tafel aufstellen, auf der die Umrisse von 50 „Ampelmännchen“ zu sehen sind. Immer, wenn neue Mitglieder eurem Ortsverein beitreten, werden die entsprechenden „Ampelmännchen“ grün ausgemalt. Die Tafel wird in eurer Begegnungsstätte aufgehängt und erinnert so an die Aktion „Mitgliedergewinnung AWO Ortsverein XYZ“.

Gruppen für die Vereinsmitglieder, -leiter oder -trainer sind eine unkomplizierte Möglichkeit, digital in Kontakt zu stehen. Feedback einholen: Holt euch regelmäßig Feedback von den Vereinsmitgliedern ein, um einen Überblick über die Stimmung eurer Mitglieder zu erhalten. Bittet sie um Anregungen und seht eventuell aufkommende Kritik als Weg, wie ihr das Vereinsleben oder die Vereinsorganisation verbessern könnt. Dafür könnt ihr einen Kummerkasten aufstellen, regelmäßige, schriftliche Umfragen durchführen oder einzelne Mitglieder stichprobenartig ansprechen. Zufriedenheit solltet ihr erfreut zur Kenntnis nehmen und in dem Zusammenhang ebenfalls hinterfragen, welche Aspekte es sind, die euren Mitgliedern besonders gefallen. Wertschätzung ausdrücken: Wenn Vereinsmitglieder etwas für euren Verein geleistet haben, eine Aufgabe übernommen haben oder eine Veranstaltung organisiert haben, dann solltet ihr ihnen dafür euren Dank aussprechen. Ob ein Blumenstrauß, eine Schachtel Pralinen oder ein freundlicher Händedruck und einige nette Worte – Wertschätzung wird gerne gesehen und sorgt für eine Bindung der Mitglieder an eure Gliederung. Verantwortung übertragen: Wer das Gefühl hat, mitgestalten und etwas bewirken zu können, wird dem Verein wahrscheinlich treu bleiben. Mitgestaltungsmöglichkeiten zu bieten, ist daher ein entscheidender Schritt, wenn es um die Mitgliederbindung im Verein geht. Wer mitgestalten kann, fühlt sich wahrgenommen und wertgeschätzt. Fordert die Mitglieder daher immer wieder dazu auf, sich ins Vereinsleben einzubringen und bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten an. Lasst Ihnen allerdings dann auch den Raum, Ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen, denn Kritik und Ablehnung wären dann wiederum kontraproduktiv. Tag der offenen Tür planen: Ein Tag der offenen Tür ist vorwiegend dafür da, neue Mitglieder zu gewinnen, doch auch zur Mitgliederbindung trägt er bei. Werden nämlich die Vereinsmitglieder eingebunden, den Besuchern am Tag der offenen Tür zu erzählen, was den Verein ausmacht und weshalb es sich lohnt, dort Mitglied zu sein, dann verinnerlichen sie diese positiven Aspekte auch für sich selbst stärker. Somit werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Was ist wichtiger, Mitgliedergewinnung oder Mitgliederbindung? Beides ist gleichermaßen wichtig! Mitglieder zu gewinnen, bringt frischen Wind in Vereine und sorgt dafür, dass sinkende Mitgliederzahlen ausgeglichen werden oder der Verein sogar wächst. Doch die Bindung bestehender Mitglieder ist genauso relevant, denn diese sichert das Fortbestehen des Vereins und stärkt außerdem seinen Ruf. Schließlich sind konstante Mitgliederzahlen auch ein Aushängeschild dafür, dass es sich bei dem Verein um eine gute Organisation handelt, in der Menschen gerne bleiben und eine gute Zeit haben. Mitgliederbindung ist somit auch immer Eigenwerbung und sollte daher mindestens genauso wichtig genommen werden wie die Mitgliedergewinnung. Warum ist Mitgliederbindung in Eurer Gliederung so wichtig? Ein Verein steht und fällt mit seinen Mitgliedern – insbesondere den aktiven Mitgliedern. Diese werden in vielen Vereinen zunehmend weniger. Das ist nicht nur bei der AWO so, sondern auch in anderen Bereichen ist der Mitgliederschwund ein ernstes Thema. Damit die Vereinslandschaft in Deutschland weiterhin floriert, müsst ihr der Mitgliederbindung in eurem Verein eine sehr hohe Priorität einräumen. Denn nur so könnt ihr sicherstellen, dass die Gliederung auch in einigen Jahren noch Bestand hat und seiner Tätigkeit aktiv nachgehen kann. Aufgrund von vielfältigen Hobbys und Interessen, einem hohen Anspruch an Mobilität und Flexibilität im Berufsleben sowie der Vielzahl an Freizeitangeboten, haben es unsere Ortsvereine heute viel schwerer als vor 20 oder 30 Jahren, Mitglieder zu gewinnen und zu halten. Die Corona-Pandemie hat es vielen Vereinen dann in ihrem aktiven Vereinsleben zusätzlich schwer gemacht und die Mitgliederzahlen sind seitdem nochmal gefallen. Umso wichtiger ist, dass ihr jetzt gegensteuert und den rückläufigen Trend stoppt. Kümmert euch um die Bindung der Mitglieder in eurem Verein oder Verband und gebt euren Mitgliedern keinen Grund zu kündigen. Tipps für die Mitgliederbindung in den einzelnen Gliederungen Digitalisierung: Auch in der untersten Gliederung darf die Digitalisierung nicht haltmachen. An alten Werten und Traditionen festzuhalten, ist legitim, allerdings dürfen auch die modernen Entwicklungen nicht vernachlässigt werden. Digitale Angebote, eine Website mit aktuellen Informationen (kritisch wichtig) oder vielleicht sogar eine App (sofern sinnvoll) sind der Weg, auch junge Vereinsmitglieder zu begeistern und zu halten. WhatsApp-

So kann die Mitgliederbindung in den Gliederungen gelingen Die Mitgliederbindung im Verein ist essenziell, um das Fortbestehen des Vereins zu sichern. Über ein abwechslungsreiches Vereinsleben mit regelmäßigen Veranstaltungen, eine offene Feedback-Kultur und das Ausdrücken von Wertschätzung kann das gelingen. Der Digitalisierung zugewandt zu sein und sich flexibel zu zeigen, ist ebenfalls von Vorteil. Mitgliedsbeiträge können ebenfalls ein Weg sein, Mitglieder zu binden, zum Beispiel wenn es Vergünstigungen für Auszubildende oder Familien gibt. Wichtig ist, dass Vereine ihren Mitgliedern einen Mehrwert bieten. Dafür solltet ihr immer im Kopf haben, weshalb die Mitglieder sich für euren Verein entschieden haben und regelmäßig auf den Prüfstand stellen, ob ihr diese Kriterien nach wie vor erfüllt. Setzt die Wichtigkeit der Mitgliederbindung mindestens auf dieselbe Stufe wie die Gewinnung von Mitgliedern. Schließlich kann euer Verein nur dann Erfolg haben, wenn es eine breite Basis an Vereinsmitgliedern gibt, die das Vereinsleben prägen, organisieren, pflegen und weiterentwickeln. Weitere Infos rund um die Frage Mitgliedergewinnung- und Bindung bietet die Publikation “Jenseits der Gewohnheit. Mitgliedschaft, Macht und Wandel neu denken.” an die der Bezirksverband Niederrhein mitgewirkt hat. Regelmäßige Highlights planen: Organisiert regelmäßig Veranstaltungen und Treffen innerhalb eures Vereins, damit eure Mitglieder Termine haben, auf die Sie sich freuen können. Ob eine Weihnachtsfeier, ein Sommerfest, ein Wandertag oder ein Vereinsabend – solche Veranstaltungen machen das Vereinsleben aus und sind für viele Menschen ein Grund, ihrem Verein nicht den Rücken zu kehren. Schließlich fördern regelmäßige gemeinsame Aktivitäten das Wir-Gefühl. Wer als Gemeinschaft auftritt und gemeinschaftliche Werte wirklich lebt, der wird einem Verein mit großer Wahrscheinlichkeit treu bleiben. Hinweis! Dabei ist es auch wichtig, die Veranstaltungen nicht nur in den eigenen vier Vereinswänden stattfinden zu lassen, sondern auch rauszugehen, denn der gemeinsame Spaß schweißt zusammen. Warum müsst ihr als Gliederung stets kritisch mit euch selbst sein? Eine grundsätzliche Kontrolle darüber, ob Mitglieder eurem Verein erhalten bleiben, habt ihr nicht. Einige sind dem Verein eng verbunden, zum Beispiel weil es gute Familientradition ist, Mitglied in diesem Verein zu bleiben und andere ziehen weg oder haben schlichtweg keine Zeit mehr und müssen sich gezwungenermaßen abmelden. Mit aktiver Mitgliederbindung könnt ihr jedoch für all die Mitglieder etwas tun, die nicht durch äußere Umstände zu einer Abmeldung gezwungen sind. Zweifler oder Unzufriedene könnt ihr durch aktives Gegenwirken dazu animieren, im Verein zu bleiben und die Vorzüge des Vereinslebens wieder zu genießen. Dafür ist ein aktiver Dialog relevant, der auf Augenhöhe stattfindet und die Bedürfnisse der Mitglieder in den Fokus rückt. Fazit Fragt euch dafür regelmäßig: Warum sind die Mitglieder beigetreten? Was suchen und erwarten Sie von eurer Gliederung und können diese Erwartungen nach wie vor erfüllt werden? Stellt das eigene Programm regelmäßig unter diesen Gesichtspunkten auf den Prüfstand und bleibt offen für Veränderungen und Flexibilität. Die Mitgliederzahlen werden es euch danken!

Best Practice-Sammlung Dieses Kapitel stellt Best-Practice-Beispiele aus der Arbeit der Ortsvereine im AWO Bezirksverband Niederrhein vor, welche die Gliederungen selbst zur Verfügung gestellt haben. Es zeigt, wie Engagement vor Ort erfolgreich umgesetzt werden kann und welche Ansätze sich in der Praxis bewährt haben. Die Beispiele sollen dazu anregen, eigene Ideen zu entwickeln und die Arbeit im Ortsverein aktiv weiterzugestalten. Solltet ihr weitere Beispiele haben, die ihr der Sammlung zur Verfügung stellen möchtet, meldet euch hierzu gerne per Mail bei Kimberly Bauer (kimberly.bauer@awoniederrhein.de) Titel/Bezeichnung: Tanztee Kurzbeschreibung: Altes Format – neuer Glanz! Seit inzwischen 8 Jahren ist die Tradition des monatlichen Tanztees im AWO-Mehrgenerationenhaus „Bürgerzentrum Alte Heid“ wieder fester Bestandteil des dortigen Kulturprogramms und wurde inzwischen zusätzlich als Format in den Oberhausener Norden „exportiert“. Auch in der AWO- Begegnungsstätte am Julius-Brecht-Anger erfreut sich dieses Angebot inzwischen jeden Monat größter Beliebtheit. Die ungezwungene und bewegungsfördernde Veranstaltung mit Livemusik lockt jeweils über 80 Tänzer*innen der älteren Generation an. Inzwischen nutzen auch „Nicht-Tänzer“ diese gesellige Veranstaltung als regelmäßigen Treffpunkt. Zielgruppe: Alle Senior*innen Notwendige Kenntnisse: keine Vorbereitungszeit: 1 Stunde für Verwaltungstätigkeiten / variable Vorbereitungszeit für die Vor-/ Nachbereitung des Veranstaltungsraumes Kontaktdaten für Rückfragen: AWO Oberhausen, Thomas Heipcke, Alte Heid 13, 46047 Oberhausen, Tel. 0208 8500081, E-Mail: theipcke@awo-oberhausen.de

Vorbereitungszeit: Wenn Sie gerne Leihgroßmutter oder – vater werden möchten und sich bei uns bewerben, erhalten Sie einen kostenlosen Qualifizierungskurs, der Ihnen aktuelles Grundwissen zum Umgang mit Kindern vermittelt. Nach Abschluss des Kurses stellen wir einen ersten Kontakt zu Ihrer (Leih-)Familie her. Über Ihre gesamte Einsatzzeit stehen wir Ihnen beratend zur Seite. Regelmäßig finden Erfahrungsaustausche in gemütlicher Runde statt. Bei Bedarf erhalten Sie weitere Schulungen. Benötigte Ausstattung: Es muss ein erweitertes Führungszeugnis beantragt werden Kontaktdaten für Rückfragen: Sie möchten sich als Leihgroßmutter oder –vater engagieren oder Sie möchten als Familie die Unterstützung von Leihgroßeltern in Anspruch nehmen? Dann kontaktieren Sie uns: Arbeiterwohlfahrt (AWO), OV Hilden Robert-Gies-Haus, Heike Cremerius Clarenbachweg 7, 40724 Hilden Tel. 02103 81 07 robert-gies-haus@awo-hilden.de Sprechzeit: freitags 10:00 - 13:00 Uhr Stellwerk Hilden - Fachbereich Senioren, Sina Buhrmester, Bürgerhaus, Mittelstraße 40, 40721 Hilden Tel. 02103 72-1549 sina.buhrmester@hilden.de Titel/Bezeichnung: Leihgroßeltern- für Familien aktiv im Einsatz „Leihgroßeltern in Hilden“ ist ein Kooperationsprojekt der AWO – OV Hilden – und dem Stellwerk Hilden – Fachbereich Senioren. Gern geben wir Ihnen weitere Informationen zum Projekt in einem persönlichen Gespräch. Kurzbeschreibung: Leihgroßeltern sind ehrenamtlich engagiert und setzen sich für den aktiven Austausch zwischen den Generationen ein. Sie sind damit ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung eines Kindes, wenn keine eigenen Großeltern erreichbar sind. Sie verbringen eine fest umgrenzte, selbst bestimmbare Zeit mit ihren Leihenkel. Für die Gestaltung der gemeinsamen Zeit mit den Leihenkeln gibt es viele Möglichkeiten: f gemeinsames Spielen, Musizieren, Backen oder Kochen f Vorlesen oder Bilderbücher anschauen f gemeinsames Basteln, Handarbeiten oder Werken f Geschichten erzählen, Hilfe bei den Hausarbeiten, Spazieren gehen oder Spielplatzbesuche. Im Vordergrund stehen der Kontakt zur jeweils anderen Generation und der Aufbau einer verlässlichen, vertrauensvollen und dauerhaften Beziehung. Hierbei entlasten Leihgroßeltern die Familie durch den regelmäßigen Kontakt zum Kind. Hinweis: Leihgroßeltern sind kein Ersatz für eine regelmäßige Kinderbetreuung. Zielgruppe: Personen die sich alt genug fühlen Leihgroßvater oder Leigroßmutter oder Leihgroßeltern zu sein. Notwendige Kenntnisse: Sie möchten Ihre Freizeit mit anderen Menschen teilen? Sie beschäftigen sich gerne mit Kindern und möchten Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen weitergeben? Sie sind aufgeschlossen, haben Geduld, Verständnis und Interesse daran, die Welt wieder mit Kinderaugen zu sehen? Dann haben Sie gute Voraussetzungen Leihgroßmutter oder - vater zu werden.

● Schätzt die Geschichten aller Teilnehmenden und eröffnet Reflexionsmöglichkeiten, die dazu ermutigen, das Leben anzunehmen und positiv zu gestalten. Die gemeinsame Reflexion unterstützt die Teilnehmenden dabei, sich ihrer eigenen Lebensgeschichten bewusst zu werden und sie als wertvollen Teil ihres Lebens zu akzeptieren. Zielgruppe: Interessierte Bürgerinnen und Bürger aus allen Generationen! Notwendige Kenntnisse: Keine Vorbereitungszeit: Vom Thema abhängig. Am Durchführungstag ca. 45 Minuten (Tisch decken, Kaffee kochen etc.). Die jeweiligen Themen müssen über Flyer, Presse, etc. frühzeitig bekannt gemacht werden. Benötigte Ausstattung: Raum zum Kaffee trinken und erzählen Kontaktdaten für Rückfragen: AWO-Treff Haan, Breidenhoferstraße 7, 42781 Haan Titel/Bezeichnung: „Sag Ja zum Leben“ – Erzählcafé mit Aktionsreihen im AWO-Treff Haan. Kurzbeschreibung: Das Erzählcafé „Sag Ja zum Leben“ im AWO-Treff Haan verbindet Erinnerungsarbeit, Gemeinschaft und praktische Aktivitäten. Einmal im Monat steht ein Thema im Mittelpunkt, z. B. „Kräuter – Gesundheit früher und heute“. Ausgehend vom gemeinsamen Erzählen entstehen daraus weitere Aktionen, etwa gemeinsames Kräuterpflanzen im Garten oder ein thematisches Kochangebot. Neben lebenspraktischen Themen greift das Erzählcafé auch aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen auf. Z.B das „digitale Abgehängtsein“ von Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung oder Personen mit geringen finanziellen Möglichkeiten. Die Teilnehmenden diskutierten offen über ihre Erfahrungen mit digitalen Hürden; die lokale Presse wurde eingeladen und veröffentlichte die Sichtweisen der Senior:innen im Lokalblatt. So wurde das Erzählcafé auch zu einem Ort der gesellschaftlichen Mitgestaltung und Sichtbarkeit älterer Menschen. Das Erzählcafe: ● Ermöglicht es den Teilnehmenden, aktiv das Leben zu bejahen, indem sie ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen teilen. Es bietet Erzählräume, die zur Entlastung und Gestaltung der eigenen Biographiearbeit dienen, und unterstützt so eine positive Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben. Ältere Menschen sind eine enorme Quelle des Wissens und der Erfahrung. ● Fördert das Ja zum Leben durch Begegnung und Austausch. Es ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Beziehungen stärken und sich gegenseitig inspirieren, indem sie ihre Lebensgeschichten und Perspektiven teilen. ● Ermöglicht den Generationendialog und schafft so Verbindungen, die das Leben in seiner ganzen Vielfalt und Tiefe feiern. Der Austausch zwischen Jung und Alt bereichert die Teilnehmenden und fördert ein gegenseitiges Verständnis. ● Stärkt die Kommunikationskompetenz und das bewusste Zuhören, was dazu beiträgt, das Leben anderer Menschen wertzuschätzen und sich aktiv am Dialog zu beteiligen. Diese Fähigkeiten fördern eine positive Einstellung zum Leben.

Titel/Bezeichnung: AWO Repair-Café Kurzbeschreibung: Im Repair-Café lernen Menschen, ihre Dinge mit anderen Augen zu sehen und sie wieder wert zu schätzen. Reparieren leistet einen Beitrag zur Mentalitätsveränderung, die für die Schaffung einer breiten Akzeptanz in einer nachhaltigen Gesellschaft erforderlich ist. Viele Menschen haben vergessen, dass man alte Gegenstände durchaus reparieren kann. Sie wissen auch nicht mehr, wie man das macht. Das Wissen hierüber verschwindet zusehends. Doch Menschen, die sich mit diesen praktischen Dingen sehr wohl noch auskennen, werden von der Gesellschaft nicht immer gleichermaßen wertgeschätzt und stehen oft gar unfreiwillig am Rande. Ihr Wissen wird kaum oder gar nicht genutzt, obwohl genau diese Menschen eine Menge zur Nachhaltigkeit in unserer Gesellschaft beitragen können. Sie dafür zu gewinnen, bei Reparaturtreffen anderen Menschen Hilfestellung zu geben, bringt gleich mehrere positive Effekte auf einmal mit sich: Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, zählen wieder. Wertvolles Praxiswissen wird weitergegeben. Die Grundstoff- und Energiemenge für die Herstellung neuer Produkte wird reduziert. Und nicht zuletzt hilft „Reparieren“ anstatt „Wegwerfen“ bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes, denn bei der Herstellung neuer – und dem Recycling gebrauchter – Produkte kommen CO2 frei. Im Mittelpunkt steht bei RepairCafé jedoch, dass reparieren Spaß macht und meistens auch ganz einfach sein kann. Zielgruppe: Jeder von 18 Jahre bis einschl. Ruheständler Notwendige Kenntnisse: handwerkliches Geschick, im Elektrobereich sind Fachkenntnisse erforderlich Titel/Bezeichnung: Taschengeldbörse Hilden (TABHI) Kurzbeschreibung: Mit Hilfe der Taschengeldbörse treten Jung und Alt in Verbindung und unterstützen sich gegenseitig. Auf der einen Seite melden sich Jobanbieter*innen bei der Taschengeldbörse, diese sind meist Senior*innen, die Unterstützung im Alltag benötigen (Garten, Haushalt, Einkauf PC/Smartphone, usw.). Auf der anderen Seite melden sich Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren, die sogenannten Jobber*innen, die gerne die Jobanbieter*innen für ein Taschengeld unterstützen möchten. Zielgruppe: Schüler*innen und Senior*innen Notwendige Kenntnisse: Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit Vorbereitungszeit: Vorbereitungszeit: Beide Parteien kommen Mi. oder Do. 15 – 17 h zur Anmeldung ins AWO Josef-Kremer Haus. Benötigte Ausstattung: Benötigte Ausstattung: Büro, Laptop und Smartphone Kontaktdaten für Rückfragen: Mi. – Do. 15 – 17 h, AWO Josef-Kremer-Haus, Anette Schumann, Tel. 0151 18 14 78 84

Vorbereitungszeit: variabel – Habe ich die passenden Räumlichkeiten für meine Reparaturangebote, oder muss noch welche suchen? Habe ich genügend Helfer, oder muss ich weitersuchen? Welche Reparaturen können angeboten werden und wann soll der Startbeginn und die Folgetermine sein? Infos zum Angebot durch Pressemitteilung veröffentlichen! Wurde der Bürgermeister und die Presse zum Startbeginn eingeladen? Unsere Vorbereitungszeit vom ersten Treffen bis zum Startbeginn betrug ca. 8 – 10 Wochen. Benötigte Ausstattung: Passende Räumlichkeiten, Stühle, Tische, WC, div. Werkzeuge, Möglichkeit für Bewerbung des Angebots Kontaktdaten für Rückfragen: Adi Palm: adipalm@gmx.net oder 0173 2957318 Titel/Bezeichnung: Digitale Angebote für Ortsvereine Kurzbeschreibung Digitale Angebote können Menschen – besonders Senior*innen und mobilitätseingeschränkten Personen – helfen, soziale Kontakte zu pflegen und neue Gemeinschaften zu finden. Die AWO ermutigt dazu, digitale Wege zu gehen, Austauschplattformen zu schaffen und Grundkenntnisse im Umgang mit Internet, Apps und Videokonferenzen zu vermitteln. Schulungen sollen Ängste vor Technik, Betrug und Datendiebstahl abbauen und die Freude an digitalen Möglichkeiten fördern. Ziel ist es, soziale Teilhabe und Begegnung auch von zuhause aus zu ermöglichen. Unter diesem Link kann die Broschüre, welche durch verschiedene Akteur*innen innerhalb der AG Digitalisierung des bundesweiten AWO Netzwerks „Zukunft des Mitgliederverbands“ entstanden ist, runtergeladen werden.

Struktur und Aufbau der AWO Liebe Leser*innen, wir haben dir hier einige grundlegende Unterlagen zusammengestellt, die einen guten Überblick über den Aufbau, die Organisation und Struktur der AWO geben. Wir freuen uns, wenn weitere Dokumente oder Hinweise dieses Kapitel auch künftig ergänzen. Melde dich hierfür gerne bei Kimberly Bauer unter kimberly.bauer@awo-niederrhein.de ● Satzung Bundesverband ● Satzung Bezirksverband Niederrhein ● AWO Governance Kodex ● AWO Grundsatzprogramm ● AWO Verbandsstatut ● Schiedsordnung Bezirksverband Niederrhein Folgende Dokumente können auf Nachfrage zugesendet werden: ● Checkliste für Satzung ● Handlungssicher gegen Menschen- und Demokratiefeindlichkeit ● Mandats-Schnell-Check Über den Tellerrand hinaus Liebe Freundinnen und Freunde, Kontakte bringen uns gemeinsam weiter. Netzwerken ist keine Einbahnstraße. So einfach ist aus unserer Sicht die Sinnhaftigkeit von aktiven Netzwerken zu beschreiben. Wir wollen Euch gerne konkrete Gruppen und Adressen zur Verfügung stellen, um eure Zielgruppen noch besser zu erreichen. Dabei gilt vor allem die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen und im Rahmen von gemeinsamen Aktivitäten möglicherweise den Kostenaufwand zu verringern. Nachfolgend haben wir verschiedene Organisationen und Institutionen aufgeführt die uns bundesweit und / oder in Nordrhein-Westfalen bekannt sind. Möglicherweise kennt ihr noch andere kommunale oder größer organisierte Anlaufstellen oder die genannten Organisationen sind bei euch vor Ort weniger aktiv. Die Auflistung ist daher ein Auszug. AWO spezifische Homepages haben wir im Kapitel 2 verlinkt, um euch das Auffinden der Informationen zu erleichtern. Erfolgreiches Netzwerken erfordert Geduld und ist eher langfristig. Es geht um Vertrauen, Verlässlichkeit und Unterstützung. Die Werte der AWO stehen auch hier für das gemeinsame, solidarische, soziale, tolerante Miteinander. Viel Freude bei euren (neuen) Kontakten.

Bundesweite Netzwerke Regionale Netzwerke und spezifische Themen Naturfreunde DSEE Behindertenbeirat Seniorenbeirat Integrationsrat Jugendhilfeausschuss

Meine Netzwerke Raum für persönliche Kontakte Wie funktioniert Ehrenamt heute In diesem Kapitel möchten wir euch unterschiedliche Menschen vorstellen, die sich aktiv in den Gliederungen der AWO engagieren und damit einen wichtigen Beitrag zum sozialen Miteinander leisten. Sie kommen aus ganz verschiedenen Lebensbereichen, bringen unterschiedliche Erfahrungen mit und haben individuelle Gründe, sich einzubringen. Was sie verbindet, ist der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, Solidarität zu leben und die Werte der AWO mitzugestalten. Das Engagement innerhalb der AWO ist vielfältig. Die hier vorgestellten Personen geben Einblicke in ihren Alltag, berichten von Herausforderungen und Erfolgen und erzählen, was sie persönlich motiviert, sich dauerhaft zu engagieren. Mit diesen Porträts möchten wir zeigen, dass die AWO von den Menschen lebt, die sich mit Herz, Zeit und Ideen einbringen. Ihr Einsatz macht deutlich, wie wichtig gemeinschaftliches Handeln ist und welchen Unterschied Engagement vor Ort für Einzelne und für die Gesellschaft insgesamt machen kann.

Cornelia Heinze Vorsitzende des OV Haan – Cornelia#agil Zur Person Cornelia Heinze, Jahrgang 1954, blickt auf Jahrzehnte im Gesundheitswesen zurück. Als Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin sowie Praxisanleiterin hat sie viele Jahre im Leitungsdienst am Uniklinikum Düsseldorf gearbeitet. Die letzten sieben Berufsjahre verbrachte sie im Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe, wo sie Kursleitungen übernahm und Fachunterricht gab. Nach dem Eintritt in die Rente suchte sie eine sinnvolle Aufgabe und fand sie bei der AWO. Heute ist sie Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Haan. Motivation Cornelia Heinze wollte nach ihrer Berufstätigkeit unbedingt etwas Sinnvolles tun. Schon im Berufsleben hatte sie sich immer für Mitarbeitende, Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige eingesetzt. Das Organisieren und Schreiben von Projektplänen lag ihr schon immer. Als sie gefragt wurde, ob sie den Vorsitz übernehmen möchte, war für sie sofort klar: Das ist genau die richtige Aufgabe. Tätigkeit und Aufgaben Cornelia Heinze führt den Vorstand und vertritt die AWO nach innen und außen. Sie nimmt Termine mit der Verwaltung und Netzwerkpartnern wahr und übernimmt gerne die Pressearbeit. Sie führt die hauptamtlichen Kräfte und springt bei Engpässen auch selbst im Treff ein. Darüber hinaus moderiert sie ein Erzählcafé und zwei Selbsthilfegruppen. All das macht sie mit großer Freude und investiert dafür rund 40 Stunden pro Woche. Ihre Kreativität und die im Berufsleben erworbenen Kompetenzen sind ihr dabei eine große Hilfe. Erfahrungen und Wirkung Besonders viel bekommt Cornelia Heinze von den Seniorinnen und Senioren zurück, die ihr persönlich sagen, wie wichtig die Angebote für sie sind. Auch die Presse berichtet positiv über die Arbeit des Ortsvereins, und die Besucherzahlen im Treff sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Herausfordernd war die schwierige finanzielle Situation, die unter anderem zur Auflösung des Dienstes Essen auf Rädern führte. Dass es viele benachteiligte und einsame Menschen gibt, auch in wohlhabenden Kommunen, war ihr schon immer bewusst. Zukunft und Rat Cornelia Heinze hofft, gesund zu bleiben und eine weitere Amtsperiode übernehmen zu können. Sie ist überzeugte Teamworkerin und setzt auf flache Hierarchien. Ihr Rat an andere lautet: Ehrenamtliches Engagement unbedingt ausprobieren! Es mache große Freude zu sehen, wie benachteiligte Menschen aufblühen und Vertrauen fassen. „Ich engagiere mich ehrenamtlich, um Menschen im Alltag zu unterstützen.“

Adi Palm Kreisverbands-Vorsitzender, AWO im Rhein-Kreis Neuss e.V. Zur Person Adi Palm, Jahrgang 1960, war 41 Jahre als Energieanlagenelektroniker bei einem Energieversorger tätig, bevor er 2018 in den Vorruhestand ging. Seinen ersten Kontakt zur AWO hatte er bereits mit neun Jahren als Teilnehmer einer Kinderferienfreizeit. Mit 16 begann er als Junghelfer bei diesen Freizeiten mitzuwirken. Nach einer familiär bedingten Pause übernahm er ab 1993 erneut Verantwortung als Freizeitleiter und Vorstandsmitglied. Von 2000 bis 2014 führte er den AWO-Ortsverein als Vorsitzender, seit 2015 ist er Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes im RheinKreis Neuss, Organisator des Repair Café und Präsidiumsmitglied des AWOBezirksverbandes Niederrhein. Motivation Was Adi Palm antreibt, ist die Unterstützung benachteiligter Menschen. Ein Schlüsselerlebnis aus seiner Zeit als Freizeitleiter hat ihn nachhaltig geprägt: Er bemerkte, dass ein junges Mädchen während einer Freizeit auffälliges Verhalten zeigte. Gemeinsam mit dem Team informierte er den Kreisverband und nahm Kontakt mit dem Jugendamt auf, woraufhin sich herausstellte, dass das Kind Opfer von häuslichem Missbrauch war. Seit diesem Moment steht für ihn fest, dass er Menschen helfen möchte, die sich selbst nicht helfen können. Tätigkeit und Aufgaben Neben seiner Funktion als Kreisverbandsvorsitzender leitet Adi Palm Sitzungen, pflegt die Website des Verbands, hält Kontakt zu Ortsvereinen und befreundeten Organisationen und stellt Förderanträge. Mit besonderer Freude organisiert und betreibt er das Repair Café in Grevenbroich, wo ihm seine fachlichen Kenntnisse als Elektroniker zugutekommen. Im Bezirksverband engagiert er sich in den Projektgruppen Ehrenamt, Digitalisierung und Satzungsangelegenheiten. Insgesamt investiert er monatlich rund 50 bis 60 Stunden in seine Ehrenämter. Erfahrungen und Wirkung Zu seinen schönsten Erlebnissen zählt Adi Palm das große Familienfest zum 100. AWO-Geburtstag in Solingen sowie die Auszeichnung mit der AWO-Verdienstmedaille 2025 in Dormagen. Sein Engagement zeigt Wirkung: Die Zusammenarbeit zwischen den ehrenamtlich geführten Kreisverbänden und dem Bezirksverband hat sich spürbar verbessert. Auch die Dankbarkeit der Besucher im Repair Café bestätigt ihn in seinem Tun. Eine große Herausforderung waren die zahlreichen Ortsvereinsauflösungen, bei denen er Lösungen finden musste, um den Mitgliederverlust zu stoppen und die Angebote vor Ort zu erhalten. Zukunft und Rat Adi Palm möchte sein Engagement fortführen, solange er kann. Gemeinschaft und Teamarbeit sind für ihn unverzichtbar. Sein Rat an alle, die über ein Ehrenamt nachdenken, lautet schlicht: Einfach machen! Es sei ein wunderbares Gefühl, zu erleben, wie benachteiligte Menschen neuen Mut fassen und aufblühen. „Ich versuche zu helfen, wo Hilfe benötigt wird.“

Britta Altenkamp Vorsitzende des Präsidiums, AWO-Bezirksverband Niederrhein Zur Person Britta Altenkamp, Jahrgang 1964, war 22 Jahre lang Landtagsabgeordnete und leitete zuvor das Wahlkreisbüro eines Europaabgeordneten. Ehrenamtlich ist sie seit ihrer Jugend aktiv, zunächst als Helferin bei Ferienfreizeiten, im Jugendverband und in der Suchthilfe, später zwölf Jahre in der Kommunalpolitik. Seit 2011 engagiert sie sich beim AWO-Bezirksverband Niederrhein als ehrenamtliche Vorsitzende, zunächst des Vorstands, heute des Präsidiums. Darüber hinaus ist sie seit 2021 stellvertretende Vorsitzende des Präsidiums des AWO-Bundesverbandes und leitet das Zukunftsforum für Familien, den Familienfachverband der AWO. Motivation Ehrenamtliche Tätigkeit ist für Britta Altenkamp ein selbstverständlicher Teil ihres Lebens. Sie hat nicht gezielt nach Aufgaben gesucht – die Ehrenämter kamen ganz automatisch auf sie zu. Der wichtigste Antrieb war und ist für sie, Menschen zu unterstützen und ihnen zu helfen. In ihrer aktuellen Funktion sieht sie ihre Aufgabe vor allem darin, den Praktikerinnen und Praktikern der AWO den Rücken innerhalb des Verbandes, strukturell und politisch freizuhalten, damit diese ihre wichtige Arbeit bestmöglich leisten können. Tätigkeit und Aufgaben Der größte Teil ihres Ehrenamtes findet derzeit in Sitzungen und Gremien statt. Einen direkten Kontakt mit Klientinnen und Klienten hat sie momentan nicht. Insgesamt wendet sie rund zehn Stunden pro Woche für ihre Ehrenämter auf, manchmal auch deutlich mehr. Ihre Fähigkeit, Sitzungen strukturiert zu leiten und stringent durch Tagesordnungen zu führen, kommt ihr dabei besonders zugute. Erfahrungen und Wirkung Besonders motivierend sind für Britta Altenkamp die Begegnungen mit Menschen, die die Grundwerte der AWO teilen und mit Leidenschaft für den Verband arbeiten. In solchen Momenten spürt sie, genau das Richtige zu tun. Die Pandemie war eine große Herausforderung, doch der Verband hat diese Zeit gut überstanden. Mit Sorge blickt sie auf die aktuellen Kürzungen im Sozialbereich, denn sie ist überzeugt, dass Sozialverbände wie die AWO ein wichtiger Stabilitätsanker der Demokratie sind, den man stärken und nicht schwächen sollte. Zukunft und Rat Ihre verschiedenen ehrenamtlichen Tätigkeiten haben Britta Altenkamp in ihrer persönlichen Entwicklung geprägt und vorangebracht. Sie hofft, noch viele Jahre aktiv bleiben zu können, und wirbt dafür, sich ehrenamtlich zu engagieren – am liebsten natürlich bei der AWO. Das Gemeinschaftsgefühl im Verband möchte sie in ihrem Leben nicht mehr missen. „Ich arbeite bei der AWO daran, dass Helfende besser Hilfe leisten können!“ Foto: Sibylle Stengel-Klemmer

Stefan Kühn Vorsitzender, AWO-Kreisverband Wuppertal Zur Person Stefan Kühn ist 63 Jahre alt und seit 2024 Pensionär. Zuvor war er 24 Jahre lang Dezernent für Soziales, Jugend, Schule und Integration bei der Stadt Wuppertal. Sein ehrenamtliches Engagement begann bereits als Schülersprecher. Mit 16 Jahren brachte er sich bei den Jusos und der SPD ein, später auch in der Gewerkschafts- und Personalratsarbeit sowie in zahlreichen Projekten und Vereinen. Seit dem 2025 ist er Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Wuppertal. Motivation Als Schüler beschäftigte sich Stefan Kühn intensiv mit dem Scheitern der Weimarer Republik und den Verbrechen des Faschismus. Daraus entstand seine Grundüberzeugung: Demokratie ist keine Zuschauerveranstaltung. Sie lebt vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger, die aktiv für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität einstehen. Unterlassene Hilfeleistung war und ist für ihn keine Option. Ehrenamtliches Engagement bedeutet für ihn, gemeinsam mit anderen etwas bewegen zu können und dabei viele interessante Menschen kennenzulernen. Tätigkeit und Aufgaben Neben dem Vorsitz des AWO-Kreisverbandes ist Stefan Kühn Bezirksbürgermeister in seinem Stadtteil und bringt sich in die Behindertenhilfe sowie in Stadtteilinitiativen ein. Dank seiner beruflichen Erfahrungen und Kontakte engagiert er sich primär in den Bereichen Planung, Fördermittelakquise und Öffentlichkeitsarbeit. Ein großes Netzwerk ist für ihn dabei die wichtigste Ressource. Bei der Zeiteinteilung achtet er darauf, sich weder zu langweilen noch zu überlasten. Erfahrungen und Wirkung Besonders gerührt hat Stefan Kühn, als ihm jemand sagte, eine mündliche Vereinbarung mit ihm sei mehr wert als ein Vertrag mit anderen. Denn es geht ihm um Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Es sind die scheinbar kleinen Erfolge, die ihn immer wieder erfreuen und motivieren. Schwer fällt ihm persönlicher Streit, der nicht um der Sache willen geführt wird. Er musste lernen, das auszuhalten und sich zurückzuziehen, wenn er sich nicht mehr wohfühlt. Sein ehrenamtliches Engagement hat ihn zu der Person gemacht, die er heute ist. Zukunft und Rat Stefan Kühn hofft, noch lange weitermachen zu können und seine Funktionen rechtzeitig in andere Hände zu geben. Teamarbeit ist für ihn unverzichtbar, denn gemeinsam sei man stark. Sein Rat an alle, die über ein Ehrenamt nachdenken: Einfach ausprobieren und schauen, was Freude macht. „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun – also lasst uns was tun.“

Ulrike Thewes AWO-Ortsverein Haan – Ulrike#empathisch Zur Person Ulrike Thewes ist 72 Jahre alt. Nach ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau und einem Studium der Wirtschaftswissenschaften arbeitete sie im Personalbereich, unter anderem in der Aus- und Weiterbildung. Früher engagierte sie sich ehrenamtlich in den Schulen ihrer Kinder, seit 2003 ist sie bei der AWO aktiv und unterstützt den Ortsverein Haan. Motivation Für Ulrike Thewes war es immer selbstverständlich, sich für andere Menschen einzusetzen und von ihrem guten Leben etwas zurückzugeben. Der Weg zur AWO führte über ein persönliches Erlebnis: Nach dem Tod ihres Vaters wollte sie gemeinsam mit ihrer Mutter etwas Schönes unternehmen und lernte die AWO im Rahmen eines AWO-Urlaubs kennen. Kurz darauf folgte sie der Einladung, sich ehrenamtlich zu engagieren. Ehrenamt bedeutet für sie Gemeinschaft, Lebenssinn und eine sinnvolle Betätigung auch nach der Berufstätigkeit. Tätigkeit und Aufgaben Ulrike Thewes leitet eine Klöppelgruppe, organisiert gemeinsam mit ihrem Mann monatliche Tagesausflüge für Seniorinnen und Senioren, kümmert sich um einen Kochtreff und unterstützt bei Festen. Dafür investiert sie rund ein bis eineinhalb Tage pro Woche. Sie arbeitet sowohl im Hintergrund bei der Organisation als auch direkt mit Menschen. Ihre Stärken liegen im Planen, Organisieren und Kommunizieren – Fähigkeiten, die sie im Ehrenamt bestens einsetzen kann. Erfahrungen und Wirkung Ihre schönsten Erlebnisse finden einmal im Monat statt, wenn sie die Freude der Seniorinnen und Senioren auf den gemeinsamen Ausflügen sieht. Auch das Angebot einer Vorstandstätigkeit war für sie ein besonderer Moment. Ihr Engagement zeigt Wirkung in der Freude der Menschen und in der erfolgreichen Vorstandsarbeit. Schwierig war für sie der fast vollständige Wechsel des Vorstands, durch den vieles, das auf dem Weg der Umsetzung war, nicht mehr verwirklicht wurde. Ihr veränderter Blick auf Gesellschaft und Gemeinschaft ist das Ergebnis vieler Faktoren, zu denen auch das Ehrenamt gehört. Zukunft und Rat Ulrike Thewes möchte ihr Engagement fortführen, auch wenn eine Erweiterung aufgrund von Großelternaufgaben nicht möglich ist. Ihr Leben wäre ohne soziale Kontakte nicht vorstellbar. Wer über ein Ehrenamt nachdenkt, dem rät sie, sich mit den eigenen Erwartungen auseinanderzusetzen und das passende Ehrenamt zu wählen – am besten bei der AWO, denn auch dort gibt es vielfältigste Aufgaben. Wichtig ist ihr außerdem eine gute Vorbereitung auf das Ehrenamt und die Frage, wie man neue Ehrenamtliche gewinnen kann. „Möglichkeit, gemeinsam mit anderen.“

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