Reichskonferenz der AWO 9. – 12. Oktober 1949 in Schloss Burg, Konzert im Solinger Theater: vorne rechts:  Bezirksvorsitzender Willi Wolff (Tagungsleiter), 1. von links: Aenne Franz, 2. von links: Hanna Gnoß

Wer ist ...

Persönlichkeiten der AWO Niederrhein

Im Jahr 2019 feiert die AWO bundesweit ihr 100-jähriges Verbandsjubiläum. Eine feste Struktur gaben sich die Freund*innen am Niederrhein am 1. November 1921 in Duisburg. Im Bericht der Freien Presse vom 2. November 1921 heißt es über die Gründungskonferenz:

"Im Oberlichtsaal der städtischen Tonhalle in Duisburg fanden sich am 1. November [1921] eine große Anzahl von Genossen und Genossinnen des gesamten Bezirks Niederrhein zusammen. Vor grünem Laub stand Bebels Büste auf dem Podium, das von roten und republikanischen Fahnen flankiert war. („Freie Presse“ v. 02.11.1921)"

Seit ihrer Gründung haben viele unterschiedliche Persönlichkeiten die Geschicke unseres Verbandes gelenkt, geleitet und beeinflusst – einige von ihnen sind immer noch aktiv dabei. Diese Persönlichkeiten aus unserer Verbandsgeschichte werden wir von nun an vorstellen: Jeden Monat eine Person – bis zum Ende des Jahres 2021, dem Abschluss des 100. Geburtstag des AWO Bezirksverbands Niederrhein.

1919 wurde die AWO als „Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt in der SPD“ gegründet. Auf diese organisatorische und personelle Verbindung zurückgehend sind viele unserer Einrichtungen nach Persönlichkeiten benannt, die im Sinne unserer gemeinsamen Werte viel für ihre Mitmenschen bewirkt haben.

Hierzu gehört zweifelsfrei auch der Dinslakener SPD-Politiker Wilhelm Lantermann. 1899 geboren, war er von 1929 bis 1933 Stadtverordneter und von 1946 bis 1973 Bürgermeister seiner Heimatstadt. Im Verlauf seiner Karriere war er auch noch Mitglied im Kreis-, Land- und Bundestag. Zeitlebens setzte er sich für „kleine“ Leute ein und besaß das Vertrauen der Bürger*innen. 1973 verstarb Lantermann während einer Ratssitzung. An seine Bürgernähe und seinen bedeutenden Einsatz für viele Menschen erinnern wir mit dem AWO Seniorenzentrum Wilhelm-Lantermann-Haus in Dinslaken.

Wer eignet sich zum Start dieser Rubrik besser als Ernst Dröner - der Gründungsvorsitzende unseres Verbandes am Niederrhein?! Der am 9. Januar 1879 geborene Sozialdemokrat war von 1921 bis 1925 Bezirksvorsitzender.

Neben seiner Tätigkeit als Gewerkschaftler war Ernst Dröner unter anderem Chefredakteur einer Tageszeitung sowie an der Verabschiedung der Weimarer Verfassung beteiligt. Ab 1919 war er dann hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Elberfeld bzw. Wuppertal. 1933 wurde er durch die Nazis aus diesem Amt entfernt und mehrfach inhaftiert. Nach 1945 engagierte sich Dröner erneut kommunalpolitisch als Stadtverordneter in Wuppertal.

Am 15. August 1951 verstarb Ernst Dröner in Folge eines Herzschlages ausgerechnet während eines Kuraufenthaltes in Bad Pyrmont.


Die Aufarbeitung unserer Verbandsgeschichte wird möglich durch die Arbeit unserer Historischen Kommission und wird gefördert aus Mitteln des