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Mehr Gerechtigkeit und Solidarität wagen!
Bezirkskonferenz 2011,
Mönchengladbach 26. November
Wahlen sowie die Beratung und Verabschiedung von Anträgen standen im Mittelpunkt der ordentlichen Bezirkskonferenz 2011 der AWO am Niederrhein.
Mehr als 300 Delegierte und Gäste haben den Weg in die Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach gefunden. Darunter NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft MdL, Wilhelm Schmidt, Vorsitzender des Präsidiums des Bundesverbandes der AWO, Bodo Champignon, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der AWO in NRW und Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude.
Bericht des Vorstandes
Die gesellschaftspolitischen Fehlentwicklungen der zurückliegenden Jahrzehnte standen im Mittelpunkt der Rede von Gunder Heimlich. Vor dem Hintergrund einer stetig wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, müsse die Politik endlich wieder mehr Gerechtigkeit und Solidarität wagen. Eine weiter zunehmende Spaltung der Gesellschaft bedrohe den sozialen Frieden und die Zukunft unseres Landes. Vor allem für Kinder und Jugendliche müsse erheblich mehr getan werden. Der SPD rät Gunder Heimlich noch mehr Sozialdemokratie zu wagen und der AWO, sich stärker auf den Verband zu konzentrieren. Die AWO müsse als Mitgliederverband erkennbar bleiben und dürfe nicht nur über Dienstleistungsangebote identifiziert werden. Mehr Kooperation wagen ist seine Empfehlung für die Gliederungen der AWO am Niederrhein, um die Arbeiterwohlfahrt in dieser Region flächendeckend zu stärken.
Bericht der Geschäftsführung
Vor dem Hintergrund einer zufriedenstellenden wirtschaftlichen Entwicklung betonte Bezirksgeschäftsführer Erwin Knebel die Notwendigkeit, in die Seniorenzentren zu investieren, um im zunehmend härteren Kampf um Marktanteile bestehen zu können und die überdurchschnittlich hohe Auslastung der Häuser zu erhalten. In Verbindung damit appellierte er an die politisch Verantwortlichen, endlich eine tragfähige Reform der Pflegeversicherung zu erarbeiten, die den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen Rechnung trägt. Sorgen bereiten sinkende Einnahmen aus der Globaldotation, den Mitgliedsbeiträgen und bei Spiel 77. Sehr positive Entwicklungen sieht der Geschäftsführer beim ElternService AWO aber auch beim Bundesfreiwilligendienst, für den am Niederrhein überraschend viele Freiwillige gewonnen werden konnten.
Dankeschön der Ministerpräsidentin
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft MdL war vor allem gekommen, um der AWO zu danken: Für ihr soziales Engagement, für die erbrachten Dienstleistungen aber auch für den fachlichen Rat und die Impulse, die in die Landespolitik einfließen. Hannelore Kraft MdL sieht die AWO und die Landesregierung bei vielen Themen nicht nur in einem Boot sitzen, sondern sogar in die gleiche Richtung rudern. Das Engagement für eine präventive Jugendhilfe ist dafür das beste Beispiel. Die Ministerpräsidentin appellierte an die Arbeiterwohlfahrt weiterhin ein treuer und kritischer Begleiter zu bleiben, um gemeinsam für mehr Gerechtigkeit und Solidarität im Land zu sorgen und die Auseinandersetzung mit denen zu suchen, die die Ellenbogengesellschaft vorantreiben.
Der Bezirksvorstand

- Von links nach rechts: Bezirksgeschäftsführer Erwin Knebel, Volker Münchow, Hans-Anton Fliegauf, Michael Rosellen, Ayla Uzun, Jadranka Thiel, Andrea Demming-Rosenberg, Michael Petermann, Stephan Käsgen, Michael Franz, Thomas Zimmermann, Sabine Krämer, Gert Krüger, Britta Altenkamp MdL, Walter Appelrath, Rita Ehmanns, Wolfgang Hammerschmidt.
Ehrungen für Gunder Heimlich
Der scheidende Bezirksvorsitzende Gunder Heimlich wurde im Rahmen der Bezirkskonferenz gleich zweifach geehrt. Das Bezirksjugendwerk der AWO am Niederrhein ernannte ihn zum Ehrenmitglied bis in alle Ewigkeit.
AWO-Präsidiumsvorsitzender Wilhelm Schmidt überreichte Gunder Heimlich die Marie-Juchacz-Plakette, die höchste Auszeichnung, die die AWO zu vergeben hat. Das Präsidium würdigt damit das jahrzehntelange Engagement auf allen Ebenen des Verbandes sowie die besonderen Verdienste, die sich Gunder Heimlich im Kampf gegen die Folgen von Armut bei Kindern und Jugendlichen erworben hat.
Gemeinsam handeln
Gemeinsam nach Lösungen suchen und gemeinsam handeln ist für die neue Bezirksvorsitzende Britta Altenkamp MdL der Weg, um die AWO am Niederrhein weiter voran zu bringen. Das ehrenamtliche Engagement stärken und Mitglieder gewinnen zählt sie zu ihren wichtigsten Aufgaben. Die Arbeiterwohlfahrt sieht sie als Verband, der seine Grundwerte 'Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität' im täglichen Handeln umsetzt.
Beschlüsse der Konferenz
Von der Bundesregierung fordert die Bezirkskonferenz der AWO am Niederrhein die Kostenübernahme für Verhütungsmittel bei Menschen mit geringem Einkommen. Verbesserungen beim Kinderbildungsgesetz NRW, den Ausbau der Offenen Ganztagsschule, psychosoziale Hilfen für Arbeitslose, Ombudsleute in den Jobcentern sowie Verbesserungen bei der Schuldnerberatung erwarten die Delegierten von der Landesregierung. Mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution bemängelt die AWO am Niederrhein den 'Kahlschlag in der Arbeitsmarktpolitik'.








